Auf großes Interesse stieß die Bürger-Info über den vom Landkreis geplanten Ausbau der Kreisstraße zwischen Bräunlings und Luitharz am 25. April 2017 im Hotel „Krone“ in Stein. Über 80 meist direkt betroffene Anwohner zeigten sich zum Teil entsetzt, als Kreisrat Thomas Frey mit Bildern von vergleichbaren Straßenbauprojekten die Folgen eines Ausbaus dokumentierte. Obwohl gar keine Notwendigkeit für einen Vollausbau gegeben ist, bevorzugt offensichtlich der Landkreis dies, um höhere finanzielle Zuschüsse zu generieren. „Dabei sind das doch ebenso unsere Steuergelder. Wieso werden diese nicht sinnvoller eingesetzt? Die Sanierung der Straße wäre mit Abstand die günstigste Variante“, so Thomas Frey. Aufgrund der Förderrichtlinien würde auf jeden Fall die Fahrbahnbreite zunehmen. Die damit verbundene Begradigung der Straße lässt höhere Geschwindigkeiten zu und führt damit nicht unbedingt zu höherer Verkehrssicherheit. Schmale Straßen sind aber typisch für das Allgäuer Landschaftsbild. „Gerade das Bergstättgebiet lebt von Gästen, die wandern wollen, Ruhe suchen und nicht breite Straßen queren wollen!“, so eine Bürgerin aus Luitharz.
Peter Schmid erinnerte, dass die OA 31 früher eine Sackgasse war, die erst 1972 zu einem Wirtschaftsweg und kurz darauf, auch seinerzeit „wegen der Zuschüsse“, zur Ortsverbindungsstraße und schließlich zur Kreisstraße erklärt wurde. Viele Bürger stehen einem massiven Ausbau sehr kritisch gegenüber, denn eine ausgebaute Straße zieht zwangsläufig mehr Verkehr an. Und damit verschärft sich die eh schon schwierige Situation am westlichen Ortsausgang von Bräunlings noch. Der großzügige Ausbau der Staatsstraße 2006 von Immenstadt nach Missen wurde erst vor Kurzem beendet und ist auch für den Schwerlastverkehr geeignet. Die Bräunlingser befürchten mit dem massiven Ausbau der OA 31 eine Umgehung von Immenstadt und wollen nicht noch mehr Verkehr im Ort.
Derzeit befindet sich das Projekt in der Planungsphase. Aber Stimmen wurden laut, dass einige betroffene Landwirte ihren Grund nicht für eine breitere Straße verkaufen. Eine Frau aus Bräunlings: „Wir sind froh, jetzt wenigstens einmal frühzeitig informiert worden zu sein.“ Das sieht auch Christina Mader, Kreissprecherin der Grünen, so: „Noch können die Bürger Einfluss auf die Planung nehmen.“


